Standort Buckau

Was kennzeichnet den Standort Buckau?

Buckau ist durch viele Industriebrachflächen gekennzeichnet, weil die ortsansässigen Großbetriebe in den vergangenen Jahrzehnten nach und nach geschlossen wurden. Da vor 1990 kaum etwas für die Instandhaltung der Bausubstanz getan wurde und die Umweltbelastung durch die Industrie hoch war, verlor Buckau stetig an Attraktivität und Einwohnern.

Obwohl die Stadt Magdeburg auf diese Entwicklung mit Sanierungsprogrammen reagiert, bleibt Buckau ein typisches Arbeiterviertel. Die soziale Struktur ist geprägt von Arbeitslosigkeit und geringer Besiedlung durch anhaltende Abwanderung. In Buckau leben 4642 Menschen1, davon 627 Kinder unter 17 Jahren. Es gibt hier im Gegensatz zu anderen Bezirken in Mag-deburg mit einer Quote von 13,5 % einen hohen Kinderanteil. Die Arbeitslosenquote liegt mit 13,1% über dem Durchschnitt der Stadt von 10,9 %. Von den 661 Arbeitslosen sind 384 Personen (58,1 %) langzeitarbeitslos und beziehen das Arbeitslosengeld II. Außerdem leben in Buckau 1123 Menschen, also fast ein Viertel der Einwohner, in Bedarfsgemeinschaften, von denen 90 mit einem Kind und 65 mit zwei oder mehr Kindern gemeldet sind.

Aufgrund der materiellen Deprivation machen die Kinder bereits früh die Erfahrung, dass sie von einigen gesellschaftlichen, insbesondere kulturellen Aktivitäten ausgeschlossen bleiben. Dieses Problem ist umso gravierender, je weniger kulturelle Angebote im Sozialraum existieren. In seiner sozialen Dimension aber ist der Mensch auf ein förderndes Umfeld angewiesen. Neben dem Zugang zu materiellen Ressourcen, der in einem durch Arbeitslosigkeit belasteten Bezirk wie Buckau bereits eingeschränkt ist, benötigen die hier lebenden Menschen eine besondere Unterstützung beim Zugang zu den Ressourcen Bildung und Kultur.
In Buckau fehlt es an Projekten und Maßnahmen, die sich gezielt mit Kindern aus benachteiligten Familien beschäftigen. Hinzu kommt, dass die Grundschule gerade wegen Sanierung geschlossen wurde und die Buckauer Kinder in andere Stadtteile fahren müssen, um die Schule besuchen zu können. Bildung und Kultur stehen also für die Kinder in keinem Zusammenhang mit ihrem Stadtteil. Eine Identitätsfindung ist damit ausgeschlossen. Der Zugang zu Bildung und Kultur ist aber existentiell notwendig, um an der Gesellschaft aktiv teilnehmen zu können. Damit auch Kinder aus benachteiligten Familien an dem kulturellen Leben in Buckau teilhaben können, benötigen sie Angebote vor Ort, die sie erstens mit ihrer Lebenswelt verbinden und zweitens den Stadtteil fördern.

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